Wie beurteilen Sie Layout, Bedienung und Inhalt der Seite?
Vermissen Sie etwas? Oder haben Sie einen Fehler entdeckt?
Inhalt
Würdigung
Die Würdigung soll das Andenken an den Verstorbenen am Leben erhalten. Sie wird vom Ersteller des Nachrufes verfasst und kann auch nur von diesem verändert werden.

Rudi Carrell
* 1934 in Alkmaar, Niederlande
† 2006 in Bremen
† 2006 in Bremen
Rudi Carrell
Rudi Carell verabschiedete sich von seinen Zuschauern auf seine eigene Art: offen, gelassen, mit Humor und Selbstironie.
Das Talent zum Showstar war ihm in die Wiege gelegt: Sowohl Vater als auch Großvater waren im Showgeschäft tätig. Rudolf Wijbrand Kesselaar, wie Carrell mit bürgerlichem Namen hieß, kam am 19. Dezember 1934 im niederländischen Alkmaar zur Welt. Schon mit 18 Jahren arbeitete er als Entertainer, Zauberkünstler oder Bauchredner. 1959 machte ihn ein Fernsehauftritt über Nacht berühmt, und er bekam seine erste eigene Sendung im niederländischen TV. 1964 wurde auch das deutsche Fernsehen auf das große Talent des ebenso frechen wie charmanten Niederländers aufmerksam.
Zu Carrells Erfolgsgeheimnissen zählte vor allem sein gutes Gespür dafür, welche Shows beim Publikum gut ankamen. Aufmerksam beobachtete er, was in anderen Ländern im Bereich Entertainment angesagt war. Er entwickelte Spiele und Formate, die das deutsche Publikum bis dahin nicht gesehen hatte - ab 1975 auch das Familien-Quiz "Am laufenden Band", das Einschaltquoten von bis zu 65 Prozent erreichte.
So gelassen und locker der Niederländer mit dem Sunnyboy-Image vor die Kamera trat, so diszipliniert und perfektionistisch bereitete er seine Shows vor. Doch nicht nur als Showmaster war Carrell in den 70ern aktiv, er trat auch als Schauspieler auf landete als Sänger Hits wie "Wann wird’s mal wieder richtig Sommer". Im Showbusiness müsse man "alles können", war seine Überzeugung. 1987 sorgte Carrell mit einem Sketch in seiner Satire-Sendung "Rudis Tagesshow" für diplomatische Verwicklungen auf höchster Ebene, als er Ayatollah Khomeini mittels Montage mit Büstenhaltern bewerfen ließ. Die iranische Regierung schloss das Goethe-Institut in Teheran, wies zwei deutsche Diplomaten aus, Carrell entschuldigte sich.
Im selben Jahr startete er die ARD-Flirtshow "Herzblatt" und verkuppelte seine Kandidaten sechs Jahre lang. Ab 1988 erfüllte er ihnen unter dem Motto "Lass dich überraschen" in der neuen "Rudi Carrell Show" ihre Herzenswünsche. Am meisten Spaß machte Carrell nach eigenen Worten seine letzte Show "7 Tage - 7 Köpfe", in der er zuerst vor der Kamera saß und später dahinter die Fäden zog. Selten habe er so viel gelacht und so entspannt arbeiten können, sagte er. Allerdings war er nicht zimperlich mit Kritik an Kollegen und dem TV-Geschäft der jüngeren Zeit.
Im November 2005 gab Carrell bekannt, dass er an Lungenkrebs erkrankt sei. "Es war eine Ehre, in diesem Land und vor diesem Publikum Fernsehen machen zu dürfen", sagte Rudi Carrell bei Entgegennahme der Goldenen Kamera für sein Lebenswerk im Februar 2006. Seine Worten und seine angeschlagene Stimme rührten die Zuschauer. Auf seinen letzten großen TV-Auftritt hatte er sich genau vorbereitet: "Ich dachte mir: Mach es witzig. Mach es so, wie du bist, wie sie dich kennen. Mein Publikum soll mich nicht als Sterbenden in Erinnerung behalten". Am 7. Juli 2006 schlief er friedlich ein.
Seine Familie verabschiedete sich in aller Stille von ihm, auch eine öffentliche Trauerfeier sollte nach Carrells Wunsch nicht stattfinden. Beigesetzt wurde er in Heiligenfelde, einem Ort in Niedersachsen. Nach seinem Tod wurde Carrell in seiner Geburtsstadt Alkmaar durch einen "Rudi Carrellplaats", einen Rudi-Carrell-Platz, geehrt, auf dem auch die Carrell-Bronzebüste des Bildhauers Carsten Eggers steht.
Das Talent zum Showstar war ihm in die Wiege gelegt: Sowohl Vater als auch Großvater waren im Showgeschäft tätig. Rudolf Wijbrand Kesselaar, wie Carrell mit bürgerlichem Namen hieß, kam am 19. Dezember 1934 im niederländischen Alkmaar zur Welt. Schon mit 18 Jahren arbeitete er als Entertainer, Zauberkünstler oder Bauchredner. 1959 machte ihn ein Fernsehauftritt über Nacht berühmt, und er bekam seine erste eigene Sendung im niederländischen TV. 1964 wurde auch das deutsche Fernsehen auf das große Talent des ebenso frechen wie charmanten Niederländers aufmerksam.
Zu Carrells Erfolgsgeheimnissen zählte vor allem sein gutes Gespür dafür, welche Shows beim Publikum gut ankamen. Aufmerksam beobachtete er, was in anderen Ländern im Bereich Entertainment angesagt war. Er entwickelte Spiele und Formate, die das deutsche Publikum bis dahin nicht gesehen hatte - ab 1975 auch das Familien-Quiz "Am laufenden Band", das Einschaltquoten von bis zu 65 Prozent erreichte.
So gelassen und locker der Niederländer mit dem Sunnyboy-Image vor die Kamera trat, so diszipliniert und perfektionistisch bereitete er seine Shows vor. Doch nicht nur als Showmaster war Carrell in den 70ern aktiv, er trat auch als Schauspieler auf landete als Sänger Hits wie "Wann wird’s mal wieder richtig Sommer". Im Showbusiness müsse man "alles können", war seine Überzeugung. 1987 sorgte Carrell mit einem Sketch in seiner Satire-Sendung "Rudis Tagesshow" für diplomatische Verwicklungen auf höchster Ebene, als er Ayatollah Khomeini mittels Montage mit Büstenhaltern bewerfen ließ. Die iranische Regierung schloss das Goethe-Institut in Teheran, wies zwei deutsche Diplomaten aus, Carrell entschuldigte sich.
Im selben Jahr startete er die ARD-Flirtshow "Herzblatt" und verkuppelte seine Kandidaten sechs Jahre lang. Ab 1988 erfüllte er ihnen unter dem Motto "Lass dich überraschen" in der neuen "Rudi Carrell Show" ihre Herzenswünsche. Am meisten Spaß machte Carrell nach eigenen Worten seine letzte Show "7 Tage - 7 Köpfe", in der er zuerst vor der Kamera saß und später dahinter die Fäden zog. Selten habe er so viel gelacht und so entspannt arbeiten können, sagte er. Allerdings war er nicht zimperlich mit Kritik an Kollegen und dem TV-Geschäft der jüngeren Zeit.
Im November 2005 gab Carrell bekannt, dass er an Lungenkrebs erkrankt sei. "Es war eine Ehre, in diesem Land und vor diesem Publikum Fernsehen machen zu dürfen", sagte Rudi Carrell bei Entgegennahme der Goldenen Kamera für sein Lebenswerk im Februar 2006. Seine Worten und seine angeschlagene Stimme rührten die Zuschauer. Auf seinen letzten großen TV-Auftritt hatte er sich genau vorbereitet: "Ich dachte mir: Mach es witzig. Mach es so, wie du bist, wie sie dich kennen. Mein Publikum soll mich nicht als Sterbenden in Erinnerung behalten". Am 7. Juli 2006 schlief er friedlich ein.
Seine Familie verabschiedete sich in aller Stille von ihm, auch eine öffentliche Trauerfeier sollte nach Carrells Wunsch nicht stattfinden. Beigesetzt wurde er in Heiligenfelde, einem Ort in Niedersachsen. Nach seinem Tod wurde Carrell in seiner Geburtsstadt Alkmaar durch einen "Rudi Carrellplaats", einen Rudi-Carrell-Platz, geehrt, auf dem auch die Carrell-Bronzebüste des Bildhauers Carsten Eggers steht.