Es gibt unterschiedliche Motive dafür, seinen Körper zu spenden. Manche Menschen möchten nach dem Tod dem medizinischen Fortschritt dienen oder ihren Angehörigen teure Bestattungskosten ersparen. Andere wollen nicht auf traditionelle Weise beigesetzt werden. Wer die Möglichkeit einer Körperspende in Betracht zieht, kann sich an die Anatomischen Institute der Universitäten oder an das Institut für Plastination in Heidelberg wenden.
Die Anatomischen Institute nehmen in der Regel Körper von volljährigen Verstorbenen aus dem Einzugsgebiet der Universität an. Dort dient der Körper der Vermittlung von Anatomiekenntnissen und der Erforschung von Heilmethoden. Daher muss der gespendete Körper unversehrt sein. Organspender oder Unfallopfer sind nicht geeignet. Auch Körper von Verstorbenen mit einer organzerstörenden Krankheit wie Krebs oder mit einer hoch ansteckenden Krankheit wie Hepatitis oder Aids werden nicht angenommen, ebenso wenig wie Körper von stark übergewichtigen Verstorbenen.
Welche Nutzung der Spender erlaubt, vereinbart er schriftlich mit dem Institut. Denn Eingriffe am toten Körper dürfen nur mit dem Einverständnis des Betroffenen oder seiner Angehörigen erfolgen. Geregelt wird die Körperspende zudem - ähnlich der Organspende - durch das Transplantationsgesetz. In der schriftlichen Vereinbarung kann dann festgelegt werden, ob die Institute den Körper als Ganzes verwendet sollen oder ob aus Teilen des Körpers Präparate hergestellt werden dürfen. Diese Vereinbarung ist kein verbindlicher Vertrag, ein Widerruf ist jederzeit möglich.
Nach einem Zeitraum, der einige Tage bis mehrere Jahre umfassen kann, wird der Leichnam - meist im Rahmen einer Feuerbestattung - beigesetzt. Eventuelle Präparate verwenden die Institute oft wesentlich länger als den Leichnam. Sie werden später anonym bestattet.
Wie eine Bestattung finanziert wird, kann sich von Fall zu Fall sehr unterscheiden. Einige Universitäten übernehmen die vollständigen Kosten für die Abholung und die Beisetzung des Verstorbenen sowie für die Pflege einer Ruhestätte. Manche bitten um eine freiwillige Beteiligung an den Bestattungskosten, um die Universität zu entlasten. Andere setzen eine gesicherte Finanzierung der Körperspende, etwa in Form einer testamentarischen Nachlassverfügung, voraus.
Das private Heidelberger Institut für Plastination (IfP) stellt so genannte „Plastinate“ her. Dabei handelt es sich um Körper und Körperteile, die durch ein chemisches Verfahren in ihren ursprünglichen Farben und Formen haltbar gemacht wurden. Das IfP wurde 1993 von Gunther von Hagens gegründet. Die Präparate seines Instituts sind geruchlos und unbegrenzt haltbar. Sie werden sowohl für die medizinische Aus- und Weiterbildung als auch für die Ausstellung „Körperwelten“ verwendet.
Für Plastinate kommen neben unversehrten Körpern auch Spender mit Amputationen und Krankheiten in Frage. Bei hoch ansteckenden Krankheiten entscheidet das Institut je nach Fall, ob der Spender geeignet ist. Unfallopfer oder Verstorbene, bei denen eine Leichenöffnung vorgenommen wurde, werden auch vom IfP nicht angenommen.
Wer seinen Körper an das IfP spenden will, muss eine Körperspenderverfügung in zweifacher Ausführung ausfüllen. Ist zu Lebzeiten für den Spender absehbar, dass Angehörige mit seinem Vorhaben nicht einverstanden sind, empfiehlt es sich, beide Ausführungen der Verfügung notariell beglaubigen zu lassen. In einem zusätzlichen Formular können weitere Angaben gemacht werden: etwa ob eine Präsentation in einer Ausstellung gewünscht ist oder eine Einsicht in die Krankenakte zugelassen wird.
Mit der Einwilligung in die Plastination verzichtet der Spender auf eine Bestattung. Lassen sich jedoch größere Teile nicht plastinieren, werden sie eingeäschert und anonym beigesetzt. Bisher entstehen Körperspendern hierbei keine Kosten.
Weitere Informationen zum Thema:
Institut für Plastination
Bietet Informationen zur Plastination, zur Körperspende an das IfP und Downloads einer Körperspendeverfügung
Körperspende an die Universität des Saarlandes
Liste mit den häufigsten Fragen zur Körperspende an die Uniklink Saarland.
Körperspende an die Universität Heidelberg
Stellt Informationen zum Ablauf der Körperspende an die Universität Heidelberg zur Verfügung.