Der Tod als Ziel

„Wenn der Tod naht, so sollte er niemanden überrascht antreffen. Er sollte ein Teil dessen sein, was wir von einem erfüllten Leben erwarten.“ - Muriel Spark

Muriel Spark, * 01.02.1918 in Edinburgh, † 13.08.2006 in Florenz, war eine britische Schriftstellerin.


„Jeder Augenblick des Lebens ist ein Schritt dem Tode entgegen.” - Pierre Corneille

 

Pierre Corneille kam am 6. Juni 1606 in Rouen auf die Welt und erhielt eine Ausbildung in einer Jesuitenschule. 1636 erreichte er den Durchbruch mit dem Stück „Le Cid”, in dessen Zentrum der spanische Nationalheld Rodrigo Díaz de Vivar stand. Doch das Stück hielt nicht die geltende Norm von der Einheit von Zeit, Raum und Handlung ein und verletzte laut Kardinal Richelieu den Anstand, so dass heftige Streitigkeiten entstanden.

 

Später respektierte Corneille die drei Einheiten und wurde zu einem der populärsten Dramatiker seiner Zeit. Gegen Ende seines Lebens sank seine Popularität jedoch zu Gunsten von Molière und Racine. Corneille gehört dennoch zum Kanon der „Siècle Classique" im 17. Jahrhundert.


„Denn das Leben ist uns mit der Bedingung des Todes geschenkt; es ist der Weg zu diesem Ziel. Unsinnig ist es daher, den Tod zu fürchten.” - Seneca

 

Lucius Annaeus Seneca, genannt Seneca der Jüngere (* etwa im Jahr 1 in Córdoba; † 65 n. Chr. Bei Rom), war Philosoph, Dramatiker, Naturforscher und Staatsmann. Zudem gehörte er der Schule der Stoiker an. Er war einer der meistgelesenen Schriftsteller seiner Zeit und Erzieher des späteren Kaisers Nero. Senecas Bemühen, Neros Eigensucht entgegen zu wirken, blieb erfolglos. Nero beschuldigte ihn, an der pisonischen Verschwörung beteiligt zu sein und ordnete Senecas Selbsttötung an. Dies gelang Seneca erst nach mehreren Versuchen.

 

im 70. Brief an Lucilius betont Seneca das individuelle Selbstverfügungsrecht in Bezug auf das eigene Leben. Dabei schließt er auch den Suizid nicht aus: „Es ist ein Trost für uns Menschen, dass niemand unglücklich ist außer durch eigene Schuld. Gefällt es dir, so lebe; gefällt es dir nicht, so kannst du wieder hingehen, woher du gekommen bist”.


„Verachte nicht den Tod, sondern befreunde dich mit ihm, da auch er eines von den Dingen ist, die die Natur will.” - Mark Aurel

 

Mark Aurel, * 26.04.121 in Rom, † 17.03.180 wahrscheinlich in Vindobona, dem heutigen Wien, war von 161 bis 180 römischer Kaiser. Er gehörte zu der Reihe der sogenannten Adoptivkaiser (er wurde von Kaiser Antonius Pius adoptiert) und war gleichzeitig ihr letzter Vertreter. Gleichzeitig galt er als Hauptvertreter der philosophischen Strömung der Stoa.

 

Die letzten zehn Jahre seines Lebens verbrachte Mark Aurel vorwiegend auf Kriegsschauplätzen. Dort verfasste er Selbstbetrachtungen, die ihm später den Beinamen „Philosophenkaiser" einbrachten. Sie gehören heute zur Weltliteratur. Im August 178 brach Mark Aurel zum zweiten Markomannenkrieg auf. Auf diesem Feldzug starb Mark Aurel am 17. März 180.